Inhaltliche Änderungen

Das Selbstbestimmungsrecht hilfsbedürftiger Menschen wird gestärkt. Für den Wegfall der Urteilsfähigkeit  kann vorgesorgt werden. Mit einer Patientenverfügung kann die medizinische Betreuung bestimmt werden. Mit einem Vorsorgeauftrag besteht die Möglichkeit, Personen zu bezeichnen, die im Falle einer Urteilsunfähigkeit die eigenen Interessen vertreten.

An die Stelle der heute möglichen Massnahmen Beistandschaft, Beiratschaft und Vormundschaft tritt ein Kaskadensystem mit Begleit-, Vertretungs- und Mitwirkungsbeistandschaft. Es ermöglicht massgeschneiderte Massnahmen, die nach den Bedürfnissen der Betroffenen festgelegt werden.

Die fürsorgerische Freiheitsentziehung heisst neu fürsorgerische Unterbringung. Unter anderem werden die ärztliche Einweisungskompetenz beschränkt und wichtige Verfahrensvorschriften gesetzlich verankert.

Formale Änderungen

Neu sind die Entscheidgremien Fachbehörden bestehend aus mindestens drei Mitgliedern die interdisziplinär zusammengesetzt sind. Diese Fachbehörden sind für Entscheide im Kindes- und Erwachsenenschutz zuständig.

 

 

Organisatorische Änderungen

Das neue Kindes- und Erwachsenenschutzrecht bleibt eine Gemeindeaufgabe und eine Behörde der Verwaltung. Die formalen Änderungen hin zur Fachbehörde fordern jedoch eine neue Struktur. Bis heute gab es in jeder Gemeinde eine Vormundschaftsbehörde. Mit den neuen Vorschriften des Bundes über eine interdisziplinär zusammengesetzte Fachbehörde ist das nicht länger möglich. Um Fachwissen und Erfahrung aufzubauen, wird von einem Einzugsgebiet von mindestens 30 000 Personen ausgegangen.