Auskunft über Vorliegen und Wirkungen einer Massnahme / Handlungsfähigkeitszeugnis

Die Erwachsenenschutzbehörde ist zur Verschwiegenheit verpflichtet, soweit nicht überwiegende Interessen entgegenstehen.

Wer ein Interesse glaubhaft macht, kann von der Erwachsenenschutzbehörde

Auskunft über das Vorliegen und die Wirkungen einer Massnahme des Erwachsenenschutzes verlangen.

 

Voraussetzungen für die Auskunftserteilung

a) Interesse

Der bereits getätigte oder beabsichtigte Abschluss eines Rechtsgeschäftes gilt

als ausreichendes Interesse im Sinne von nArt. 451 Abs. 2 ZGB, insbesondere

dann, wenn der Dritte seinem Vertragspartner eine Vorleistung erbringen und

die Gegenleistung des Vertragspartners zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen

soll. Bei vorgesehener Zug-um-Zug-Erbringung der beidseitigen Leistungen

(Barzahlung) ist das Interesse als gegeben zu qualifizieren, wenn das Geschäft

nicht bloss eine geringfügige Angelegenheit des täglichen Lebens im Sinne von

nArt. 19 Abs. 2 ZGB betrifft.

 

b) Auskunftsgesuch (Anfrage)

Form: Das Auskunftsgesuch des Dritten ist schriftlich einzureichen, wobei die

elektronische Übermittlung (E-Mail) genügt.

Anfrage über das Vorliegen und die Wirkungen einer Massnahme des Erwachsenenschutzes